„Wurzeln schlagen“ – Permakultur-Hügelbeete für die Zukunft
Ein Kooperationsprojekt der TRY Stiftung, der Schloss Schule Stein und Eldogardo.
Im Rahmen unserer Vision eines nachhaltigen Perspektivwechsels haben wir ein besonderes Pilotprojekt im Chiemgau abgeschlossen: Den Bau von 20 Metern Permakultur-Hügelbeeten. Dieses Projekt vereint ökologisches Fachwissen mit intergenerativem Lernen und lokaler Vernetzung. Auf der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche entsteht ein lebendiges Ökosystem, das Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Gemeinschaft verbindet. Ziel ist es, natürliche Ressourcen zu erhalten, die Bodenfruchtbarkeit aufzubauen, lokal mit und für die Menschen Nahrungsmittel anzubauen und einen Ort zu schaffen, an dem Mensch und Umwelt wieder in Balance kommen.
Die Akteure: Hand in Hand für die Region
Das Projekt wurde durch die TRY Stiftung initiiert und finanziert. Für die fachliche Leitung konnten wir den Permakultur-Experten Stephan Kasten (Eldogardo) gewinnen. Ein besonderes Highlight war die tatkräftige Unterstützung durch die Schülerinnen und Schüler sowie dem Lehrerteam des Schlossgymnasiums Stein, die den Klassenraum gegen den Acker getauscht haben, um das Beet unter freiem Himmel physisch aufzubauen und Permakultur hautnah zu begreifen.
Besonderer Dank gilt zudem den benachbarten Landwirten, die uns unkompliziert mit „Restholz“ und Kuhmist unterstützten. Ohne diese lokale Hilfe wäre der Stoffkreislauf des Beetes nicht möglich gewesen.
Beispielbild
Das Permakultur-Projekt verfolgt das Ziel, ein nachhaltiges, resilientes Ökosystem aufzubauen, das langfristig gesunde Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen schafft.
Die Bauweise: Das „Batterie“-Prinzip der Natur
Ein Hügelbeet nach Permakultur-Prinzipien ist im Grunde ein Langzeit-Energiespeicher für den Garten. Hier ist der Aufbau, den die Schüler unter Anleitung umgesetzt haben:
Graswasen ausstechen: Zuerst wurde die Grasnarbe vorsichtig ausgehoben und beiseitegelegt.
Holzkern-Pyramide: Im Zentrum des Beetes wurde massives Restholz pyramidenförmig aufgeschichtet. Diese Holzschicht dient als Wasserspeicher und Nährstoffquelle für die nächsten Jahre.
Löcher ausstopfen: Um gefräsigen Nagern keinen Unterschlupf zu bieten, wurden alle Hohlräume zwischen den Stämmen akribisch mit Astschnitt und feinem Material gestopft.
Graswasen-Inversion: Die ausgestochenen Graswasen wurden mit der Rasenseite nach unten wieder auf das Holz gelegt. So kompostiert das Gras direkt und liefert wertvollen Stickstoff.
Düngung & Erdmantel: Den Abschluss bildete eine Schicht aus frischem Kuhmist als „Heizung“ und eine kräftige Schicht Erde als Pflanzsubstrat.
Ausblick: Mulchen und Pflanzen
Die Basis ist geschaffen. In den kommenden Wochen darf das Beet „setzen“. Danach folgt das Mulchen mit Stroh und feinem Grasschnitt, um den Boden vor Austrocknung zu schützen. Sobald der biologische Verbrennungsprozess im Inneren die ideale Temperatur erreicht hat, beginnt die Bepflanzung.
Warum wir das tun?
Dieses Projekt zeigt, wie Selbstwirksamkeit funktioniert. Schüler lernen nicht aus Büchern, sondern mit den Händen im Boden. Bauern werden zu Mentoren. Durch diesen Perspektivwechsel schaffen wir nicht nur ein Beet, das bis zu 5 Personen ganzjährig mit Gemüse versorgen kann, sondern auch ein neues Bewusstsein für den Wert unseres Bodens.
„Wer nie probiert, wird nie wissen, was wächst.“ – TRY Stiftung
Das Projekt richtet sich im ersten Schritt an Schüler*innen der kooperierenden Schulen. Nach erfolgreichem Proof of Concept soll sich der Kreis insbesondere erweitern auf:
Familien sowie ältere Menschen aus der Umgebung
Personen mit geringem Einkommen
Menschen mit Migrationserfahrung oder Fluchterfahrung
lokale Landwirtinnen und Handwerkerinnen
FLINTA*-Personen (Frauen, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
aber natürlich sind alle Interessierte eingeladen die Teil der Initiative werden wollen